Klagefall

Snodgrass

Me, I’m Snodgrass, Kevin, Tracy, fat Doris in her print dress. I’m every bit part player in the whole bloody horrorshow. Everyone except John Lennon.

Wahrscheinlich gibt es keine bessere Methode, um einen Text genau zu lesen, als ihn zu übersetzen. Dabei sind mir in den letzten Wochen die Figuren aus dieser Erzählung ans Herz gewachsen – der grummelnde Doktor Winston, all die Snodgrasses und Tracys, Cal natürlich und die gute Mimi, selbst die dicke Doris und sogar Kevin, ein bisschen. Alle sind auf der Suche nach dem Glück, und jeder auf seine Weise.

Es klingt verrückt, schließlich war ich erst neun Jahre alt, als John Lennon starb, aber ich vermisse ihn noch immer. Im Radio in der Küche spielten sie seine Musik und als am nächsten Tag ein Foto von ihm in der Zeitung war, schnitt ich es aus. Es passte genau in eine Kassettenhülle. Deshalb bin ich vor allem ein dankbarer Leser dieser Geschichte. Wir müssen zwar auf Strawberry Fields Forever, A Day in The Life, Imagine und Woman verzichten, aber John Lennon ist noch am Leben. Besser als andersherum, keine Frage. Die fünf Singles der Nowhere Men, von denen ich bisher nichts wusste, werden sich schon in irgendeinem kleinen Plattenladen auftreiben lassen.

Übersetzen ist natürlich stark übertrieben. Ich habe längst nicht immer verstanden, was der liebe Doktor vor sich hin murmelt. Manches war sehr assoziativ, immerhin war Lennon mal ein Kunststudent. Und manches war so sehr Working Class Hero, dass ich mich verschämt wegdrehen musste. Also seid bitte nicht sauer. Es ist nur eine Geschichte.

Erster Nachtrag

Wer das kleine Büchlein geschenkt haben möchte, schreibt mir bitte. Ich würde mich freuen.

Zweiter Nachtrag

Es gibt auch eine Playlist zur Erzählung, unter anderem mit einem Kurzfilm.

Kategorien: Weblog

20200216 » « Kennste Kenz, kennste alles

5 Kommentare

  1. Bin immer noch nicht dazu gekommen, die Erzählung zu lesen, bin aber schon sehr gespannt. Danke für den kurzen englischen Originalauszug, jetzt weiß ich endlich was „bit part“ heißt. A propos, kennst Du dieses Liedchen, hier? Das erinnert mich an die besten Momente der 90er, die ich in Letzebuerg verbracht habe:
    https://youtu.be/ca6N9FN-rbQ

  2. Oh, toll, ja, das hätte ich sehr gerne geschenkt! Ich war sechs als Lennon starb, aber habe erst Jahre später von diesem Tod, dem Leben davor, der Musik und dem allem überhaupt Kenntnis genommen. Eine meiner ersten selbst gekauften Platten war das Blaue Album, es veränderte mein Leben, da war Lennon schon lange tot. Das Speichermedium Schallplatte ist nicht genug zu rühmen.

  3. @Alex: Instant Erinnerung an die fröhliche Jugend! Ein schönes Lied!

    @Andreas: Das Blaue Album habe ich auch ziemlich früh gehört, es stand in der Stadtbibliothek. Ich war später ganz überrascht, dass es ein Doppelalbum ist, in der DDR hatten sie das auf eine Platte eingedampft.

  4. Ich war damals auch sehr lange traurig, als John Lennon erschossen wurde, Ich war Beatles-Fan mit 15 bis heute. Demnächst werden wir „Let it be“ auf einem Hausmusikabend zusammen mit allen Gästen singen. Blackbird finde ich zwar schöner, aber was soll’s. Zusammen singen macht immer Spaß.

  5. Bei Hausmusik musste ich gleich an diesen hübschen Auftritt denken.

    https://www.youtube.com/watch?v=A_MjCqQoLLA

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