Was passiert mit unseren Blogs, wenn wir aufhören zu bloggen? Bleiben sie als digitale Ruine stehen? Bringen wir sie zum Recyclinghof? Gibt es so etwas wie ein Museum für stillgelegte Blogs? Oder ein Archiv?
Im vergangenen Jahr ist mein Schachblog 20 Jahre alt geworden. Es hat seine besten Zeiten längst hinter sich: regelmäßige Einträge, eine lebhafte Community in den Kommentaren, Wahrnehmung in der Schachszene. Alles ist ein bisschen eingeschlafen. Daran ist nichts verkehrt. Schach spielt eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben, aber mein Interesse daran wandelt sich mit den Jahren.
Über diese Fragen habe ich lange nachgedacht und die Antwort am Ende aufgeschoben. Es ist nicht so einfach, Dinge wegzuwerfen, Sachen hinter sich zu lassen, nicht eitel zu sein. Aber ich habe das Blog gründlich aufgeräumt: 90 Prozent der Einträge gelöscht, Artikel überarbeitet und zusammengefasst, Fehler berichtigt, tote Links entfernt, so etwas. Behalten habe ich die Sachen, die vielleicht einmal archiviert werden könnten. Dabei haben mir die Konzepte zum Digital Garden geholfen.
Seit langer Zeit ist mein Schachblog wieder so klein geworden, dass ich es mir vollständig durchlesen kann. Das ist ein schönes Gefühl. Jetzt kann ich weiterschreiben.

