Schlagwort: Skat

Ob ein Skatturnier gelungen war oder nicht, entscheidet sich häufig in einem einzigen Spiel. Bei meinem letzten Skatabend hatte ich wieder so eins. Kein Preis für mich.

Das sind meine zwölf Karten nach Skataufnahme in Mittelhand. Was drücken, was spielen? Da ich kein einfaches Farbspiel erkennen konnte, entschied ich mich dafür, die beiden Herzkarten in den Skat zu legen und einen Grand anzusagen — mit dem klaren Plan, auf Karo und Kreuz jeweils maximal 28 Augen abzugeben und die restlichen sechs Stiche selbst zu machen. Das Spiel nahm folgenden Verlauf:

1. Karo-Ass, Karo-Sieben, Karo-Zehn = 21 Augen
2. Karo-König, Karo-Neun, Karo-Acht = 25 Augen
3. Karo-Dame, Einstich Karo-Bube, Überstich Pik-Bube = 32 Augen
4. Kreuz-Ass, Kreuz-Zehn, Kreuz-Sieben = 53 Augen
5. Kreuz-König, Kreuz-Dame, Kreuz-Acht = 60 Augen

Da musste schon eine Menge passieren, um dieses Spiel auf diese Weise abzugeben. Hinterher habe ich lange darüber nachgedacht, ob ich im dritten Stich auf die Karo-Dame eine Kreuz-Lusche hätte abwerfen sollen. Aber auch dann kann ich verlieren, und so bestand immerhin die Möglichkeit, dass der Pik-Bube nicht bei Hinterhand war. Überhaupt habe ich noch lange über dieses Spiel nachgedacht. Das ist so ein Ding von mir.

Mit Dreien

Der Skatabend gestern hat mich 40 Euro gekostet: Einsatz 10 Euro, Gewinn 15 Euro, Saalrunde 45 Euro. Die Saalrunde wurde fällig, weil ich seit dem letzten Turnier Geburtstag gehabt hatte. Die zweite Saalrunde bezahlte jemand, der gerade 90 Jahre alt geworden war, er bekam im Gegenzug einen Präsentkorb. Ich bekam ein freundliches Gemurmel von den anderen Tischen.

In der ersten Runde spielte ich gegen den Mann, der die Skatrunde seit 30 Jahren organisiert hatte. Die Organisation hat er vor einigen Monaten abgegeben, als er krank wurde. Es geht ihm gar nicht gut, das war sehr traurig anzusehen. Vielleicht war es das letzte Mal für ihn.

Im Gegenspiel gegen dieses Blatt zeigte er nochmal, was für ein guter Skatspieler er ist. Ich hatte das Spiel ohne Gegenreizung für 18 bekommen und trotzdem keine Verstärkung im Stock gefunden. Mit den drei oberen Buben muss man 18 sagen, finde ich. Ich überlegte lange, was hier zu tun ist, drückte die Kreuz-Zehn und die Pik-Dame und sagte ein Herzspiel an. Obwohl ich alle Trümpfe auf meine drei Buben bekam, verlor ich das Spiel mit 60 Augen: Auf die Pik-Lusche fielen 21 Augen und das Karo-Ass saß zu dritt dagegen. Hätte ich beide Zehner gedrückt, wäre meine finanzielle Bilanz des Abends deutlich besser ausgefallen. Aber so war es auch gut.

Das monatliche Skatturnier hat den Modus umgestellt: Es gibt jetzt Sachpreise — eine Art Präsentkorb, aber in einer Papiertüte. In der letzten Woche habe ich gewonnen (2 x 21 Spiele, 1406 Punkte, 4. Platz): 2 Kabanossi, 1 Rindersalami, 1 Mettwurst, 1 Dose Geflügelpaste, 1 Dose Heringsfilets, 1 Schachtel Éclats de Noisettes und 1 Packung Mangosaft. Es handelt sich ausnahmslos um Lebensmittel, die ich nicht essen soll. Ich habe die Kabanossi, die Kekse und den Saft verbraucht und den Rest verschenkt. Deutsche Skatkultur und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar.

Ich saß zweimal am Vierertisch. Im ersten Durchgang hatte ich nach Skataufnahme in Mittelhand dieses Blatt. Ich drückte Karo Zehn und Pik Zehn und spielte Herz = 50 Punkte. Der Kartengeber durfte kiebitzen und sagte mir hinterher, dass der Grand mit Karo Zehn und Karo Dame gedrückt unverlierbar gewesen wäre = 120 Punkte. Ich bin mir da nicht so sicher, aber mit 70 Punkten mehr hätte ich eine noch größere Tüte bekommen.