Immer, wenn ich auf die Grammatik im Bücherregal sehe, denke ich, dass es gut war, in diesem dunklen, verwinkelten Vorlesungsgebäude am Augustusplatz so vehement durch den Eignungstest für das Germanistikstudium zu fallen (»Bestimmen Sie alle Wortarten im folgenden Text«), der Versuch, im Nachgespräch (Uni-Hochhaus, 17. Stockwerk) noch etwas zu retten, war dann auch nur noch halbherzig (»Es ist ja schön, dass Sie Karl Kraus gelesen haben, aber mittels Sprache auf die Gesellschaft Einfluss nehmen, das können Sie auch anderswo«), mit Tränen in den Augen lief ich die Goethestraße herunter bis zum Zeitungsladen im Hauptbahnhof und ließ dort die »Weimarer Beiträge« stehen.
Schlagwort: Sprache
Taoteba
Manchmal, abends, wenn ich zu müde zum Schlafen bin, gehe ich in diesen ständig wachsenden Ameisenhaufen aus Babylon, der niemals fertig wird, und übersetze zehn, zwanzig Sätze (aber schreibe niemals welche hinzu) und mache das Gebrabbel doch nur noch größer und träume davon, etwas beigetragen zu haben, zu der Verständigung der Völker.