Schlagwort: Science Fiction

In einem ungeheizten, fast leeren Kinosaal Arrival gesehen und positiv überrascht worden. Der Film findet schöne Bilder für Zeitphänomene und Außerirdische gleichermaßen und entgeht der Sentimentalitätsfalle bei der tragischen Familiengeschichte, anhand derer die Story ausgebreitet wird. Passend auch, dass das zusammengelegte Puzzle am Ende nicht gezeigt wird. Auf das terroristische Einsprengsel im Raumschiff hätte ich verzichten können, aber das war bei Contact auch schon so. Überhaupt bleiben der Anteil an Military angenehm klein und das Erzähltempo ruhig. Wenig Futurismus, die Protagonisten hocken in einem zugigen Zelt und fahren mit einer klapprigen Hebebühne in das UFO.

Am Ende sind alle beim Abspann sitzengeblieben und haben der Filmmusik zugehört. Ich werde mir mal das Buch von Ted Chiang besorgen.

Im Juni und davor

Im Pommerschen Landesmuseum läuft »Zwei Männer – ein Meer«. Auf dem Boden der Museumstraße ist meterlang die Küstenlinie der Ostsee mit den Badeorten aufgemalt, die Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein besucht haben. Nidden, Jershöft, Leba, Rumbke, Rowe, Ückeritz, Sierksdorf. Eine Rückwärtsbewegung in westlicher Richtung: Ostpreußen, Hinterpommern, Vorpommern, Holstein. Auf dem Weg in die Ausstellung läuft man die Karte gegen die Zeit entlang. Die Bildergalerie hängt voller Verlustanzeigen.

Es dauert tatsächlich keine 24 Stunden, den Marsianer durchzulesen. Nicht ohne Interesse, aber ohne große Spannung, so wie man einen Blockbuster sieht, weil man eine Kinokarte gekauft hat und eigentlich ganz bequem sitzt. Am Ende wird er schon irgendwie auf die Erde zurückkehren. Eine Heimwerkergeschichte, eher Bedienungsanleitung als Robinsonade.

Die Erinnerung an meine frühere Präsidentin, die mich einmal fragte, ob ich in einer Partei sei. Heutzutage werde ja fast alles nach Partei vergeben, schrecklich. In Großbritannien gingen die Richter noch nicht einmal zur Wahl, dass sei vielleicht ein wenig antiquiert und übertrieben, aber in einer Partei solle man nicht sein.

Aber was ist das gegen meine Arbeitswut im geliebten Pommern, ich komme nicht darüber hinweg. Ich zapple hin und wieder sehr, und sehne mich unentwegt danach, und hoffe doch es noch einmal zu erleben, einmal wieder hinauffahren zu können (MP).

Die Erinnerung an die Tage auf dem Exerzierplatz, auf der Ostseite des Dänholms, hinter der Baumreihe der Strelasund. Der Moment, in dem der gesamte Zug im Gleichschritt war, dem Vordermann im Nacken, im Nacken den Hintermann und auf eine angenehme Weise das Denken aufhörte, nur noch das gleichmäßig unendliche Geräusch der Stiefel auf den Betonplatten.

Der Mann in der Werkstatt hat das Auto angehoben und wir haben es uns zusammen von unten angesehen. Der Unterboden des Autos und ich haben viele Gemeinsamkeiten.

In den Ritzen zwischen den Terrassenplatten wachsen schwedische Walderdbeeren, tapfere Nachfahren der drei Pflanzen, die wir vor Jahren mal in Småland ausgegraben haben.

Wenn ich Rentner bin, ziehe ich nach England und gucke den ganzen Sommer lang County Cricket.

Löwen, Elefanten.

Januar

Die Idee, ein Blog auf einem Etherpad zu führen. Texte schreiben und offen hinstellen, mehr nicht. Keine Kommentare, keine Tags, keine Bilder, nichts weiter. Aber es ist nicht meine Idee.

Nachts, auf dem Weg nach Hause, der klare Himmel über Greifswald. Als Kind las ich Astronomiebücher und Science Ficton. Das Interesse an den Sternen erlosch in dem Moment, als ich verstanden hatte, dass wir dort aus physikalischen Gründen niemals hinfliegen und die anderen treffen würden und das nicht nur, weil es zu weit entfernt ist, sondern auch, weil sie schon lange wieder weg sind oder noch nicht da. Kein Trost in den Zeittheorien gefunden, da nicht verstanden.

In der 10. Klasse Astronomieunterricht mit einem kleinen Mann, der bei jedem Wetter in einem dünnen Pullover und einem abgewetzten Jacket in die Schule kam und zwischendurch mitten in der Schulstunde zum Rauchen verschwand.

Der Gedanke, was aus Georg Heym geworden wäre, wenn es im Januar 1912 keinen Frost gegeben hätte. Im Textkorpus kommt das Wort »Planet« viermal vor. Den großen Tag, wo zwei Planeten sich verbrüdern, will ich noch sehn.

Serielles Erzählen vs. abgeschlossene Geschichten. Perry Rhodan vs. Jerry Cotton. Das Elend der Cliffhanger, das Unfertige, die Verbindlichkeit, der Kosmos, der Überbau. In einem Comicforum war ich auf den Wunsch nach einer Serie gestoßen, die nie zu Ende sei, so wie Perry Rhodan. Danach führte der Weg über den Wikipediaeintrag (gibt es das noch?) direkt zum Bahnhofskiosk, Band 2531 Das Fanal, damit ging es los. Wie ich heute weiß, war es ein Füllroman ohne Handlungsfortschritt, ein Nachhall aus dem vorangegangenen Zyklus. Ich habe nichts verstanden.

Irgendwann sind alle Geschichten erzählt und ich kann bei Nachfragen zu meinem Leben einfach den Link zu dem betreffenden Eintrag in meinem Blog mitteilen.

Sprachen, in denen Redaktör mit ö geschrieben wird: Türkisch, Schwedisch.

Infolge der Erdneigung werden die Tage wieder länger.