Schlagwort: Radio

#217

Herr Ackerbau weist auf das Vintage Obscura Radio hin. Der Stream wird (händisch) aus einem Subreddit generiert, in dem jeder Nutzer Songs vorschlagen kann, die älter als 25 Jahre sind und auf Youtube weniger als 30.000 Views haben. Vintage und obskur eben. Auf diese Art und Weise entsteht der Eindruck, einer Radiostation aus einem parallelen Universum zuzuhören. Die Musik kommt einem bekannt vor, ist aber zugleich merkwürdig fremd. Wie eine winzige Frequenzverschiebung, ein Störgefühl.

#181

Allzu oft habe ich Herrn Hattwig allerdings nicht zu Gesicht bekommen, nur wenn ich in besagter Sitzung meine Titelfolge für die geplante Sendung „Tanzmusik — zwischen Nacht und Morgen“ regelrecht zelebrieren musste. In seinem geräumigen Büro hatte der Musik-Chefredakteur ein Klavier stehen, an dem er manchmal die gesamte Konferenz über saß und einige der aufgeführten Titel kurz anspielte.

Der Leitspruch von Martin Hattwig war: „Die zusammengestellten Programme müssen wie eine Komposition klingen!“ Und dafür gab es für uns beim „Komponieren“ einige Spielregeln: das Verhältnis zwischen melodischen und rhythmischen Titeln, auch, wie sie vom Techniker „ineinander“ zu spielen waren, war zu beachten, daneben der Wechsel von instrumentalen und gesungenen Stücken — nachts sollte ohnehin nicht so viel gesungen werden –, sogar die Tonarten sollten beachtet werden.

Wolfgang Martin schreibt in Wie die Westmusik ins Ostradio kam vor allem über seine spätere Zeit bei DT64, aber das ist die Stelle, die mich am meisten berührt hat. Wieviele Menschen mit großer Ernsthaftigkeit damit beschäftigt waren, das Nachtprogramm für einen Sender zusammenzustellen, mit vier Wochen Vorlauf, es gab sogar einen Redaktionsschluss. Radiomenschen, großartig, ich habe Sehnsucht nach dieser Zeit. Heute macht das ein Algorithmus.

#077

IKARIA 6 ist ein Science-Fiction-Hörspiel, dessen Geschichte schwer wiederzugeben ist, weil sie glücklicherweise nur in Ansätzen erzählt wird. Doch der Sound hat einen kosmischen Sog. Hörspiele erzeugen die Bilder selbst, deshalb hätte ich die Comic-Animationen zur Tonspur gar nicht gebraucht. Trotzdem schön zu sehen, welche Bilder bei anderen entstanden sind.