Schlagwort: Musik

Meine Tonträger katalogisiert. 558 Einträge, aber das stimmt natürlich nicht. Es steht noch eine Kiste mit Schallplatten auf dem Boden und einige Sachen hatte die Datenbank von Discogs nicht. Manche habe ich dort neu eingetragen, bei anderen habe ich es gelassen. Das Eintragen ist etwas mühsam, überhaupt das Bestimmen der genauen Auflage, mitunter musste ich sogar die in die Auslaufrinne gekratzte Matrix abgleichen. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich zwei indische Pressungen im Regal zu stehen habe.

Ein paar Alben habe ich vermisst, von anderen wiederum war ich vollkommen überrascht. Muss ich aufheben, was ich seit 25 Jahren nicht mehr gehört habe? Sowieso die Archäologie: Bestimmte Musikrichtungen nur zu bestimmten Zeiten gekauft und jetzt ist alles unvollständig, fragmentarisch, disparat.

Brighton Rock

Zu meinen liebsten Stücken von Morrissey zählt zweifellos Now My Heart Is Full und das nicht nur wegen der Titels, auf den ich besser hätte hören sollen. Neulich habe ich endlich nachgeschlagen, worauf sich die Zeile

Dallow, Spicer, Pinkie, Cubitt

eigentlich bezieht: auf die traurige, brutale, verzweifelte Gang in Graham Greenes Roman Brighton Rock. Es gibt wahrscheinlich nicht viele Songs, in denen ein Buch empfohlen wird. Zur Buchhandlung und später beim Lesen an dieser Stelle hängengeblieben. Pinkie versucht gerade, das Mädchen Rose zu heiraten, um sie als Zeugin auszuschalten. Als seine Ehefrau müsste sie nicht gegen ihn aussagen.

At the bottom of the steps the Boy waited. The big municipal building lay over him like a shadow – departments for births and deaths, for motor licences, for rates and taxes, somewhere in some long corridor the room for marriages. He looked at his watch and said to Mr Prewitt, »God damn her. She’s late.«
Mr Prewitt said, »It’s the privilege of a bride.«

Gebühren und Steuern, rates and taxes, wie passend. Überhaupt Brighton – Nick Cave, Phillip Boa, Sussex County Cricket Club. Würde ich gern mal hin.

Jetzt muss ich nur noch den Film sehen.

Heute kam [1] eine dicke Box mit dem remasterten White Album. Ich hatte ein bisschen überlegt, ob ich die Esher Demos dazu wirklich brauche, aber ja, richtige Entscheidung, wunderbare Aufnahmen.

[1] Mit der Post. Ich hätte gern einen Plattenladen in der Stadt, doch leider.

Nachtrag

Wald und Höhle erzählt hier mit Musikerohren seine eigene Albumgeschichte.