Schlagwort: Musik

Ich muss den armen Paul McCartney in Schutz nehmen. Wenn ich mich richtig erinnere, soll die zweite Zeile von She was just seventeen / You know what I mean unter beachtlicher Mithilfe von John Lennon entstanden sein. Es war 1962, wir sollten das den Jungs vielleicht durchgehen lassen.

Und Rocky Raccoon war immer eins meiner Lieblingslieder vom Weißen Album, gerade über Her name was Magill, and she called herself Lil / But everyone knew her as Nancy kann ich noch immer freuen. Übrigens haben langjährige Studien bei Youtube ergeben, dass diese hier die beste Coverversion des Songs ist. Solange die jungen Menschen noch Freude an den Klassikern haben, ist nicht alles verloren.

— Kommentar bei Something I learned today

Joey Molland ist ein Zeitreisender, seit vielen Jahren der letzte Überlebende seiner tragischen Band. Jetzt hat er Be True to Yourself herausgebracht. Richtige Menschen mit richtigen Instrumenten, Harmonien, die sich langsam ins Langzeitgedächtnis vorarbeiten und eine Produktion, die an ihren besten Stellen tatsächlich an Badfinger erinnert. Ein paar Fäden führen bis zu den Beatles zurück. Das muss ein Kraftakt gewesen sein, ich bin sehr glücklich, dass er so etwas noch einmal geschafft hat.

Mein Zeitungsladen hat zugemacht. Es war die einzige Bahnhofsbuchhandlung in Greifswald, jeden Tag geöffnet, außer Weihnachten vielleicht. Sie haben die Jalousien heruntergelassen und draußen einen Zettel angeklebt. Weiß, DIN A4, Querformat, wie sie jetzt an vielen Läden hängen.

Die Fischfrau auf dem Markt darf keine Fischbrötchen mehr verkaufen. Die Fischläden in der Stadt dürfen es weiterhin, obwohl das enge, schlecht belüftete Ladengeschäfte sind. Der Fischwagen darf es nicht mehr, warum auch immer. Die Fischfrau hatte einen Brief vom Amt dabei, sie habe nur ein Fahrgeschäft, hieß es. Sie verliert damit 80 Prozent des Umsatzes. Lange wird das nicht gutgehen.

Vor den Marktständen sind mit weißer Farbe Markierungen auf das Pflaster gemalt. Die Leute halten beim Anstehen Abstand, sehr diszipliniert, sehr ernst.

Dhani Harrison hat The Inner Light neu aufgenommen. Er sieht aus wie sein Vater und er singt so wie er. Bob Dylan hat einen neuen Song veröffentlicht, 17 Minuten lang, Murder Most Foul. Was für Zeiten.

Gestern kamen zwei neue Platten an: Gone Troppo von George Harrison und Give More Love von Ringo Starr. Ich habe gerade keine Zeit für Schwermut.

In der leeren Fußgängerzone A. getroffen. Er ist ein Informationsjunkie, guckt alle Pressekonferenzen, hört alle Podcasts, das macht ihn fertig. Das kann man nicht lange durchhalten.

Selbstermächtigung: Was können wir eigentlich tun? Wir können den Kopf oben behalten und den Kopf einziehen, beides gleichzeitig.

Durch die halbe Stadt gefahren, um Zeitungen zu kaufen. Die Sonne sammelt schon Kraft für den Frühling.