Charles Bukowski: Splash

du denkst, du liest einfach
das Gedicht hier.
doch in Wirklichkeit ist das
mehr als ein
Gedicht.
das ist das Messer des Bettlers.
das ist eine Tüte.
das ist ein Soldat, der durch
Madrid marschiert.
das bist du, auf dem
Totenbett.
das ist Li Bai, unter
der Erde, lachend.
das ist kein gottverdammtes
Gedicht.
das ist ein schlafendes Pferd.
ein Schmetterling
in deiner Birne.
das ist der Zirkus
des Gegners.
du liest das hier nicht
auf einem Blatt.
das Blatt liest
dich.
merkst du das?
wie eine Kobra. wie ein hungriger Adler, der um das Zimmer kreist.

das ist kein Gedicht. Gedichte sind stumpf,
sie schläfern dich ein.

diese Wörter aber
machen dich
verrückt.

du bist gesegnet, jemand hat dich
ins blendende
Licht gestoßen.

der Elefant träumt
jetzt
mit dir.
der Raum
krümmt sich und
lacht.

jetzt kannst du sterben.
jetzt kannst du sterben, wie
der Mensch zum Sterben bestimmt
ist:
groß,
siegreich,
die Musik im Kopf,
eins mit der Musik,
heulend,
brüllend,
tosend.

– Die Übertragung wurde von Libralop inspiriert

Ambitionierte Projekte liegen vor mir in diesem Jahr. Die kaputte Glühbirne im Flur austauschen. Das Bügeleisen immer ausmachen. Weniger Wut.

Coderwelsh schreibt über das neue Jahr.

Denn was uns, wenn es da ist, nicht bedrängt, kann uns, wenn es erwartet wird, nur sinnlos bedrücken. Das Schauererregendste aller Übel, der Tod, betrifft uns überhaupt nicht; wenn wir sind, ist der Tod nicht da; wenn der Tod da ist, sind wir nicht. Er betrifft also weder die Lebenden noch die Gestorbenen, da er ja für die einen nicht da ist, die andern aber nicht mehr für ihn da sind.

– Epikur: Brief an Menoikeus (Übersetzung von Hans-Wolfgang Krautz)

Auf den ersten Blick ein tröstlicher Gedanke, auf den zweiten blendet diese Art von Philosophie wohl aus, dass der Mensch als ein soziales Wesen konstruiert ist.