Über uns der Schaum von Hendrik Otremba hatte ich mir mal als Aboprämie ausgesucht, ich weiß nicht mehr, was sonst noch zur Wahl stand, aber ich bin mit meiner Entscheidung ganz zufrieden. Ein dystopisches Roadmovie, das mit der klassischen Eingangsszene eines Detektivromans beginnt: Heruntergekommener Ermittler soll für einen zwielichtigen Mandanten eine schöne Frau beschatten und flieht mit ihr, hier allerdings durch eine postapokalyptische Landschaft. Dystopien machen es dem Autor leicht, er muss nichts erklären – warum der Regen sauer ist, warum es Telefonzellen gibt, warum die Polizei noch arbeitet, Tankstellen aber selten, warum sich die Geografie verändert, alles bleibt offen. Wie die Handlung zustande kommt, woher die Verfolger zum Beispiel wissen, wo unser Pärchen gerade ist, würde ich aber doch gern erfahren haben. Und der Schluss ist eine kitschige Enttäuschung. Trotzdem, die Geschichte entfaltet einen Sog und ist in ihren besten Stellen angenehm poetisch.
Kategorie: Notizen
Ich habe noch nie im Ausland gelebt. Kein Austauschjahr, kein Backpacking, kein Work and Travel, kein Auslandssemester, keine Aufbauhilfe in Moldawien, keine UN-Mission, keine Niederlassung in Singapur, kein Sabbatjahr im Outback, keine Elternzeit in Kanada, keine bilinguale Erziehung, keine Immersion, noch nicht mal ein Sprachkurs. Die Stadt nie länger als drei Wochen verlassen und seit drei Monaten gar nicht mehr, eigentlich seit acht, wenn ich Trassenheide nicht mitrechne.
Wie muss es sein, aus einem anderen Land zurückzukommen? Ich mache mir keine Vorstellung davon.
– Kommentar zu kopfzeiler.org

Das ist meine liebste Buchreihe, unerreicht in Konzeption, Gestaltung, Inhalt. Zerfällt bald zu Staub.