Deprimierende Bestandsaufnahme: Deutschland ist weiterhin Entwicklungsland, was E-Books angeht. Culturbooks, mikrotext und (sehr klein) Das Beben sind nach wie vor die einzigen relevanten unabhängigen Digitalbuchverlage, von den großen Verlagen scheinen nur Hanser und Rowohlt ein relevantes Book-Programm aufzulegen. Allein Bastei-Lübbe nimmt den Markt wirklich ernst und macht das auch gut (Serien, kleine Formen, preiswerte Bücher): Ich hoffe, die Heftromankultur wird durch diesen neuen Verbreitungsweg das Sterben der Zeitungskioske überleben. Daneben existieren natürlich eine Unzahl Selbstverlage, ich habe keine Ahnung, wie man dort die Perlen rausfischen soll. Das Feuilleton tut so, als ob es das alles gar nicht geben würde.
Kategorie: Notizen
Als wir auf der Abschlussfeier der Klasse im Mensarestaurant dann einfach »Ein Hauch von Frühling« aus der Tasche holten und auf den Plattenteller legten und unsere Eltern erst verdutzt guckten (Krug war nicht direkt verboten, aber in den Westen gegangen, abgehauen, also nicht verboten, wurde aber nicht mehr gespielt, immerhin war Günther Fischer aber dageblieben, so etwas in der Art, wer wusste das schon so genau), erst guckten und dann zu uns auf die Tanzfläche kamen (Wenn’s draußen grün wird, fällt mir nur noch Liebe ein / Es kommt über mich und bricht mir das Herz) und alle grinsten und tanzten und der Klassenlehrer auch grinste und ganz langsam den Kopf schüttelte.
Sprachen in der Reihenfolge des Erstkontaktes
1) Russisch: War mal ganz gut, ich konnte auf der Straße Alltagskommunikation betreiben und russische Schachzeitungen lesen. Leider vollkommen verschüttet. Würde ich gern reaktivieren, um Новая Газета und Новый мир lesen zu können.
2) Englisch: Kann ich auf Mickey-Mouse-Niveau. Ausreichend, um Cricket-Übertragungen zu verfolgen. Serien gucke ich vollkommen uncool in der synchronisierten Fassung.
3) Französisch: Mochte ich nie und habe ich komplett vergessen.
4) Schwedisch: Wahrscheinlich meine beste Sprache, aber zu wenig Praxis, wird schlechter.
5) Isländisch: Ich liebe die Phonetik, kann die Namen isländischer Fußballspieler aussprechen und blättere ab und zu noch versonnen in meiner Grammatik. Leider unlernbar.
6) toki pona: Ist keine Sprache, sondern eine Meditationsübung.
7) Spanisch: Wegen La Palma einen Vier-Wochen-Sprachkurs gekauft, aber ich überlege, ob nicht ersatzweise
8) Interlingua: ein sinnvolles Plansprachenkonzept ist.
Nachtrag
Unsichtbares Stöckchen. Libralop hat seine Sprachgeschichte auch aufgeschrieben.