Kategorie: Notizen

Ich habe Keimzeit mehrmals gesehen, Anfang 1991 in einem Ostberliner Neubauclub ganz weit draußen, Friedrichsfelde oder so. Sie hatten dreieinhalb Stunden gespielt und als sie aufhören wollten, sagten die Leute, sie kommen jetzt nicht in die Stadt zurück, so mitten in der Nacht und der Sänger fragte die Leute, wann denn die erste U-Bahn fährt und die Leute sagten, um halb fünf und der Sänger sagte, okay, dann spielen wir bis halb fünf und sie spielten noch zwei Stunden länger. Those were the times.

– Kommentar zu samojede

In Neukamp auf Rügen.

Seit einigen Wochen sitze ich jeden Tag wenigstens eine Stunde an der Übersetzung einer kleinen Erzählung. Wieder eine Alternativweltgeschichte, wieder mit Bezug zu den Beatles, mehr wird nicht verraten. Ich komme langsam an das Ende der ersten Rohfassung. Es gibt wahrscheinlich keine bessere Art, sich einem Text zu nähern, Wort für Wort, Satz für Satz, Absatz für Absatz. Eine eigene Welt, die sich zwischen Bildschirm, Tastatur, meinen Händen und meinen Augen auf- und wieder abbaut, wenn ich den Rechner ausschalte. Die Sprache in der Erzählung ist jedenfalls ziemlich schmutzig und ich überlege noch, ob ich für fucking, damned und bloody jeweils eigene Begriffe brauchen werde oder nicht.