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Rewind Ringo (7)

Ganz ehrlich, wer könnte diesem Cover widerstehen? Stop and Smell the Roses ist ein besonderes Album und wenn ich eine Liste mit Ringos Platten machen würde, wäre diese wahrscheinlich in der oberen Hälfte der Charts. Er wollte noch einmal zurück zum Rezept der erfolgreichen Jahre, with a little help from his friends und mit Musik von echten Musikern mit richtigen Instrumenten. Als ob die Achtzigerjahre noch nicht begonnen hätten. Aber eine fehlte 1981 schon. John Lennon hatte für Ringo zwei Songs geschrieben (Life Begins at 40 und Nobody Told Me), die Aufnahmen sollten im Januar 1981 stattfinden. Wäre es dazu gekommen, wären alle vier Beatles auf einem Album versammelt gewesen. Ringo brachte es aber nach Johns Tod nicht übers Herz, die beiden Songs auf das Album zu nehmen. Es hätte sicher gewonnen, aber auch ohne sie ist Stop and Smell the Roses ein Schritt nach vorn, nachdem wir Bad Boy ertragen haben.

Nichts zu meckern über die A-Seite. Private Property (von Paul McCartney beigesteuert) kracht wie ein Opener und George Harrisons Wrack My Brain passt zu Ringo wie ein Deckel auf den Topf. Das war zugleich die Single und ist der beste Song der Platte, der auf keinem Best-of-Ringo fehlt. Es geht mit Drumming is My Madness weiter. Ringos Saufkumpan Harry Nilsson wollte damit eine Art Signature-Song schreiben, sehr lustig und es war dabei ganz sicher eine Menge Alkohol im Spiel. Danach kommt die zweite Nummer von Paul McCartney — Attention, so etwas schüttelt er einfach aus dem Ärmel. Ich mag den Song sehr, er hat Swing wie nur irgendetwas. Die Seite endet mit dem Titelsong, wiederum eine Kollaboration mit Harry Nilsson, ein bisschen fröhlich und ein bisschen traurig zugleich. I’m going crazy with this record business, I want to stop it. Und ja, es gibt ein Video (auf eigene Gefahr!).

Die B-Seite hält das Niveau nicht durch, aber (fast) nichts davon ist verkehrt. Dead Giveaway ist von Ron Wood, aber leider nicht viel mehr als das. Von You Belong to Me (1952) und Sure to Fall (1957) gibt es sicher bessere Versionen. Anschließend gibt sich Stephen Stills die Ehre, Ringo singt sich tapfer durch dessen You’ve Got a Nice Way und danach versucht er sein eigenes Back Off Boogaloo zu verbessern (im Jahr 2017 wird noch ein weiterer Versuch folgen). Ich verstehe ja, dass Ringo auf dieses Lied stolz ist, aber schöner und druckvoller als das Original kann es nicht mehr werden.

Und jetzt war er tatsächlich ohne Plattenvertrag.

Styrsö

Der Bus zwischen dem Fähranleger und dem Terminal in Ystad ist Transitraum. Die einen befinden sich noch auf einem deutschen Schiff und tragen die Masken, die anderen sind schon in Schweden und nehmen die Masken ab. Auf dem Rückweg ist es genauso.

Im Zug nach Göteborg ist eine kleine Küche, in der man sich Tee kochen kann. Es gibt auch Gebäck.

Das Gefühl von Glück, als wir alles so vorfinden, wie wir es in Erinnerung hatten. Die ganze Stadt wird umgebaut, aber das macht nichts. Die wichtigen Orte sind noch da.

Die Freunde treffen, die Plattenläden in der Andra Långgatan besuchen, die Füße im Plaskis baden: Ich habe alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe.

Wir stehen auf Stora Rös, es regnet und stürmt, das Meer ist grau, aber Sjumansholmen ist trotzdem zu sehen.

Telefonate, Sorgen, Zwischenräume.

Vom Reisen

Der Ostwind türmt Wellen vor dem Strand auf, die Unterströmung zieht an meinen Füßen, fast wie ein Ozean. Über mir kreisen die Kites, als ob sie Raubvögel wären. In Richtung Norden dreht sich ungerührt die Bornholmfähre aus dem Hafen.

Ich denke an die Reise, an den Parkplatz am Fährhafen, an den Katamaran, an den Bahnhof in Ystad, an den Schnellzug nach Göteborg, an die Straßenbahn nach Saltholmen, an das Boot nach Styrsö, an die Masken, an die Impfungen, an die Plattenläden, an die Antiquariate, an das Kafé Marmelad und an das Plaskis gegenüber. Es ist alles so lange her, es steht alles so kurz bevor.

Am Abend treffe ich S. am Bahnhof, er hat seine Tochter hergebracht und 20 Minuten Aufenthalt, ehe er mit dem nächsten Zug zurückfährt. Wir sitzen auf dem Bahnsteig und trinken das Bier, das ich mitgebracht habe. Es gäbe so viel zu erzählen, aber dafür würde die Zeit ohnehin nicht reichen.