Hausschuhe

Das Schöne am Älterwerden ist, dass ich nicht mehr so sehr auf Kleidung achten muss. Bei dieser Frage ist der Druck raus. Wir reden jetzt mehr über Krankheiten und solche Sachen und darüber, dass man die Treppen vorsichtig heruntergehen sollte.

Mit Pullovern mache ich das schon länger. Das liegt auch ein bisschen daran, dass ich eine ähnliche Konfektionsgröße wie mein Vater habe und ab und zu etwas von seinen Stücken für mich abfällt. Ich mag Pullover mit komischen Aufdrucken, seltsamen Mustern oder bunten Streifen. Hauptsache, sie sind groß genug und passen irgendwie über den Kopf, die Schultern und über meinen Bauch.

Bei Sandalen ist es jetzt auch so. Ich hatte meine Sandalen mit dem ergonomischen Fußbett zu Hause vergessen und lief deshalb im Juli durch die vielen Schuhläden von Göteborg City auf der Suche nach neuen. Vor der Tür zum Kaufhaus stand wirklich ein schlaksiger Junge mit Gitarre und sang »13« von Håkan Hellström und die schwedischen Mädchen drehten sich nach ihm um. Im Laden roch es leicht nach Schuhkrem und nach Staub. In einer Kiste hatten sie unglaublich hässliche Sandalen mit einer flachen Sohle und einem Riemen aus einer wahrscheinlich atmungsaktiven Substanz, die mit Kunstleder und Jeansapplikationen überzogen war. Ich war glücklich.

Als Nächstes brauche ich eine Handgelenktasche und einen Rückspiegel für mein Fahrrad.

Anderstorp Storgatan

In der Storgatan von Anderstorp sieht man noch das Volksheim. Der ICA-Supermarkt, die Poliklinik, die Apotheke, das Altenheim, der Stoffladen, die Pizzeria und das Volkshaus. Eine Allee mitten in der Stadt, genug Platz für amerikanische Oldtimer und die Maiparade der Socialdemokraterna.

Während einer Prüfungsaufsicht »Transparenzgesellschaft« von Byung-Chul Han gelesen und für einige Zeit den anmaßenden Gedanken verfolgt, darüber etwas zu schreiben. Zwei Seiten handschriftliche Notizen angelegt und den Zettel später verlegt. Den Gedanken endlich aufgegeben.

Bei der Vorbereitung »kontemplativ« im Wörterbuch nachgeschlagen und so einen kontemplativen Moment geschaffen.

Das Leben geordnet: Selbst diesen Eintrag verschlagwortet.