Kategorie: Weblog

Drei Barbiergeschichten

In Greifswalds Einkaufsstraße, die damals noch Straße der Freundschaft hieß, gab es ein Friseurgeschäft, das von einem sehr alten und außerordentlich kleinen Mann betrieben wurde. Fast meine ich mich zu erinnern, dass er zum Schneiden der Haare oben auf dem Kopf auf einen Schemel steigen musste. Der alte, kleine Mann war ein starker Raucher, nach ein paar Minuten begann die Schere in seiner Hand so stark zu zittern, dass er für ein paar Züge hinter einem Vorhang am Ende des Ladens verschwand, wo auf einem Aschenbecher eine brennende Zigarette bereitlag. Danach kehrte er, ein Pfefferminzbonbon im Mund, zurück und machte weiter. Der Friseur und sein Laden waren irgendwie übriggeblieben und deshalb gingen wir Oberschüler dort hin.

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Als ich noch ein Kind war, ging ich in Barth zum Friseurladen in der Ernst-Thälmann-Straße. Gegenüber der Wand mit den Spiegeln und den Stühlen stand eine lange Bank mit Bezügen aus rotem Kunstleder, auf der ich zusammen mit den anderen Kunden wartete, bis ich an der Reihe war. Dann legten die Friseusen ein blankgescheuertes Brett über die Armlehnen des Friseurstuhls, auf das ich hinaufklettern musste, und lobten meine dicken Haare.

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Der Kosovo-Albaner aus dem Barbershop in der Langen Straße reißt meine Nasenhaare mit Wachs aus und brennt meine Ohrmuscheln aus. Beim Kopfwaschen fragt er, ob das Wasser zu warm sei. Es ist genau richtig.

Ausstellungshinweis II

Poesie in Farbe, STRALSUND MUSEUM, vom 10. Juni 2016

Königstein

Winter 1987, Klassenfahrt in die Sächsische Schweiz. Von Halbestadt, wo die Jugendherberge war, nach Königstein, wo es eine Bahnhofsgaststätte gab, fuhr eine kleine Fähre über die Elbe. Während sich das Schiff am Gierseil kunstvoll über den Fluss drehte, gingen wir für ein paar Minuten in die Kabine herunter, in der drei Bänke um einen offenen Kohleofen herum standen. This is as good as it gets.

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Über die Elbe.
Im Schiffsbauch glühen Kohlen.
Draußen Eisschollen.