Östersund

Der Mann, der am Ufer des Storsjön sitzt, und für die Enten Musik auf seiner Flöte spielt.

Das Personal in Wedemarks Konditori ist freundlich und überfordert zugleich. Es ist schummrig, an der Wand plätschert ein Zimmerspringbrunnen, in der Ablage stapelt sich das schmutzige Geschirr. Die Leute lieben es und wir lieben es auch. Überhaupt viele normale Leute hier, die in die Stadt gefahren sind. Die Einkaufsstraße ist kein Laufsteg wie in Göteborg oder Malmö. Alles ist ein bisschen runtergekommen.

Die Alkoholiker sitzen noch immer im Kyrkparken.

Der Moment, als der Zug in Östersund Central einfährt wie in eine Westernstadt. Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Der Bahnsteig ist voller Menschen, die ihre Freunde, Familie, Gäste abholen, die eine weite Reise hatten. Nach zehn Minuten sind alle verschwunden und der Bahnhof ist wieder leer, bis ein paar Stunden später der nächste Zug ankommt.

Ohne Auto zu reisen bedeutet, viel Zeit an Bushaltestellen zu verbringen und viele Strecken zu Fuß zurückzulegen. Wir laufen die zwei Kilometer Staubstraße von Frösön Tunnangränd nach Bynäset hinunter, um dort sieben Kilometer um die Halbinsel zu laufen, und dann wieder die Staubstraße nach oben zur Hauptstraße zurück. Ich traue mich nicht, ein Auto anzuhalten. Wir sind Aliens: Touristen ohne Auto. Damit rechnet hier niemand.

Der Blick von Frösön Kyrka auf den See hinunter und wieder hinauf auf das Fjäll dahinter ist der schönste Blick, den ich kenne. Ich drücke mir einen Stempel vom Pilgerweg in das Notizbuch. Später kaufen wir uns in der Touristeninformation einen Kühlschrankmagneten mit einer Zeichnung dieser Landschaft. Dieses Bild fängt die Aussicht besser ein, als es jedes Foto könnte, aber es ist natürlich nichts gegen die Wirklichkeit.

Das Fjäll ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sinnvoll zu erreichen.

Bis vor 200 Jahren hatte Östersund nicht mehr als 200 Einwohner, wie eine Westernstadt. Die Insel Frösön gegenüber ist dagegen ein uralter Siedlungsplatz und war über 1000 Jahre das Zentrum von Jämtland. Jetzt haben sich die Rollen umgekehrt. Wir wohnen auf Frösön. Es gibt eine Fußgängerbrücke.

Anders als in den Großstädten wechseln die Leute nicht sofort zu Englisch, wenn sie hören, wie schlecht ich Schwedisch spreche. Vielleicht denken sie, dass ich Norweger bin und deshalb so undeutlich rede.

Vielleicht Mitternacht / und immer noch nicht dunkel

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