[Schmierzettel, Halbfabrikate, Remixes]

Fahrtenbuch Sommer 2019

Greifswald - Barth
Barth - Zingst
Zingst - Barth
Barth - Greifswald

Greifswald - Binz
Binz - Thiessow
Thiessow - Göhren
Göhren - Serams Wendeplatz
Serams Wendeplatz - Binz
Binz - Greifswald

Greifswald - Gelbensande
Gelbensande - Hohe Düne
Hohe Düne - Warnemünde
Warnemünde - Greifswald

Greifswald - Zempin
Zempin - Swinemünde
Swinemünde - Greifswald

Greifswald - Leipzig
Leipzig - Greifswald

Greifswald - Stralsund
Stralsund - Neuendorf
Neuendorf - Gellen - Enddorn - Neuendorf
Neuendorf - Stralsund
Stralsund - Greifswald

Greifswald - Ludwigsburg
Lundwigsburg - Greifswald

Greifswald - Ferdinandshof
Ferdinandshof - Ueckermünde
Ueckermünde - Greifswald

Greifswald - Barth
Barth - Zingst
Zingst - Barth
Barth - Greifswald

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5

Das erste Mal in meinem Leben Cricket live gesehen. Auf dem Basketballfeld im Volksstadion trifft sich jeden Sonntagnachmittag eine Truppe Inder, Pakistani, Afghanen. Sie spielen jeweils zehn Over gegeneinander. Das Feld ist ein gedachter Halbkreis, Boundaries werden verhandelt. Geworfen wird mit einem Tennisball auf ein Wicket aus Kunststoff, das zweite Wicket ist eine Wasserflasche. Der Schläger wird weitergereicht, sobald jemand ausgeworfen wurde. Ein großer Spaß. Sie hätten noch nie einen Deutschen getroffen, der das Spiel kennen würde. Vielleicht sollte ich eine Karriere als Umpire anstreben.

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4

Auf dem Rückweg von Hiddensee nach Stralsund lässt der Nordostwind das flache Boot auf den Wellen schaukeln. Ich brauche frische Luft und gehe zum offenen Heck an die Reling. Nach einer Weile kommt ein älterer Mann heraus und stellt sich neben mich. In den Händen hält er eine blaue Tupperdose. Er öffnet sie und wirft eine Handvoll Blütenblätter hinaus auf das Wasser. Eine Weile lang schließt er die Augen, dann geht er wieder hinein.

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6

In Kemnitz bei Greifswald.

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1

Das ist eine schwierige Frage, um die ich mich immer herumgedrückt habe. Die Antwort ist wahrscheinlich: Ich kenne Dylan nicht. Ich kenne ihn nur ein bisschen.

Im anderen Land, als Kind, hatte ich Kassetten, vom Radio aufgenommen, alles mögliche und ab und zu höre ich irgendwo einen Song und dann denke ich, den kenne ich von den Kassetten, und es ist von Dylan, aber ich wusste nicht, dass es Dylan ist.

Ich verschenke Dylan-Platten an liebe Menschen aus der nächsten Generation, so als ob ich die Fackel weitergeben würde, aber selbst habe ich tatsächlich nur eine einzige: Highway 61 Revisited (die ganz großartig ist). Hauptsächlich deshalb, weil es in der kleinen Stadt nur einen einzigen Plattenladen gibt und dort ist das Fach von Dylan gähnend leer, weil wahrscheinlich immer alles gleich weggekauft wird oder weil niemand Dylan-Platten weggibt oder beides. Alles, was ich von ihm kenne, gefällt mir, aber das ist zugleich das Problem: Der Kerl ist schrecklich produktiv und lebendig, so dass ich wirklich sehr lange brauchen würde, das alles anzuhören und kennenzulernen und das ist schließlich das, was man macht, wenn einem etwas sehr gefällt.

Also habe ich mir gedacht, damit werde ich anfangen, wenn ich 60 bin. Das ist das richtige Alter dafür. Im letzten Jahr hatte ich erstmal das starke Bedürfnis, jetzt alles von den Beatles zu hören und von Lennon und Harrison und die Hälfte von McCartney und vier, fünf Platten von Ringo, bevor ich dazu nicht mehr komme. Und damit bin ich noch nicht ganz fertig und dass Lennon tot ist, habe ich bis heute nicht verwunden. Bei Harrison ist es anders, der konnte seine Sachen zu einem Ende bringen, aber Lennon konnte das nicht. Der hatte gerade wieder angefangen, Starting Over.

Aber Dylan kommt auch noch, versprochen.

– Kommentar zu Samojede

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