Es gibt in Mikael Niemis Populärmusik från Vittula eine Stelle, in der Matti vom Hausmeister der Schule im Geräteschuppen überrascht wird und sich in einem Kanonenofen versteckt. Er bekommt die Tür von innen nicht wieder auf und muss im Ofen bleiben. So lange, bis er groß genug geworden ist, um mit seinem Körper den Ofen auseinanderzureißen, also mehrere Jahre. Das nennt man in der skandinavischen Literatur skröna. Eine Geschichte, die in der Realität anfängt und außerhalb wieder aufhört, ohne dass man weiß, an welcher Stelle genau die Ebenen gewechselt wurden (die Geschichte mit den Ratten ist ein weiteres Beispiel für diese Technik).

Ein bisschen davon ist auch im Text von Per Olvmyr (eine Schneeballschlacht in der Arktis ist ja nicht völlig undenkbar), der überdies so lakonisch geschrieben ist, dass sogar mir das Übersetzen leichtfiel. Aber es kann gut sein, dass man Sätze wie

Isskulptering är en avspänd och kreativ aktivitet som skapar fin teamkänsla

gar nicht vernünftig übertragen kann, weil sie zu schwedisch sind. Da ist in einem Satz das gesamte Bild, das die Schweden so gern von sich zeichnen. Das mag ich sehr.

Nur weil nachgefragt wurde.

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