[Schmierzettel, Halbfabrikate, Remixes]

Nervous nineties

Im Cricket gibt es den schönen Begriff der Nervous Nineties. Damit wird die Spielphase bezeichnet, in der der Batsman schon 90 Runs erzielt und die 100 Runs vor Augen hat. 100 Runs in einem Spiel sind selten (dafür gibt es wiederum die heroischen Bezeichnung Century), nicht jeder Batsman schafft das in seiner Karriere. Verständlich also, dass ein Spieler nervös wird, wenn die 100 auf dem Scoreboard näher rücken. Und nicht selten scheidet der Spieler dann mit <100 (am schlimmsten natürlich mit 99) aus, weil er zuviel nachgedacht und in seinem Spiel plötzlich einen schwachen Moment bekommen hat.

Ich weiß nicht, ob es Magnus Carlsen so gegangen ist. Beim Grand Swiss 2019 auf der Isle of Man wackelte der Weltmeister gleich in mehreren Partien bedenklich, sehr ungewöhnlich für ihn. Aber am Ende ging keine einzige Partie verloren und wurde der Weltrekord von Ding Liren überboten: Magnus Carlsen ist im klassischen Schach jetzt seit 101 Partien ohne Verlust! Wir bilden eine digitale Guard of honour. Happy Century, Magnus!

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In Neukamp auf Rügen.

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Seit einigen Wochen sitze ich jeden Tag wenigstens eine Stunde an der Übersetzung einer kleinen Erzählung. Wieder eine Alternativweltgeschichte, wieder mit Bezug zu den Beatles, mehr wird nicht verraten. Ich komme langsam an das Ende der ersten Rohfassung. Es gibt wahrscheinlich keine bessere Art, sich einem Text zu nähern, Wort für Wort, Satz für Satz, Absatz für Absatz. Eine eigene Welt, die sich zwischen Bildschirm, Tastatur, meinen Händen und meinen Augen auf- und wieder abbaut, wenn ich den Rechner ausschalte. Die Sprache in der Erzählung ist jedenfalls ziemlich schmutzig und ich überlege noch, ob ich für fucking, damned und bloody jeweils eigene Begriffe brauchen werde oder nicht.

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Aber W. und ich wissen: Wir werden weniger, so langsam kommt es auf jeden an.

Herr Ackerbau hat zu Hause jemanden wiedergesehen.

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Neben dem Bahnhof haben sie einen Betontrog unter die Schienen gewühlt. Unten fahren die Autos, eine Etage darüber drängen sich Fahrräder und Fußgänger, von dort führen Treppen hinauf zu den Bahnsteigen. Zum Süden liegt ein Kreisverkehr, zum Norden eine Ampelkreuzung mit Abbiegespuren. Dysfunktional, laut und dreckig, es ist ein städtebauliches Desaster. Aber Großstadtgefühle beim Warten auf den Fernzug.

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