Büro

Mein Büro ist umgezogen, die Außenstelle aufgelöst. Es gibt keinen besseren Platz zum Arbeiten als die Außenstelle einer mittleren Behörde, möglichst weit weg von der Hauptstelle, der Zentrale, den Chefs, mit einem sanft aufsässigen Eigenleben der in die Nebenstelle abgeschobenen Mitarbeiter, die einzige Verbindung das interne Telefonnetz und der Wachtmeister, der mittags die Post bringt und abholt.

Mein Zimmer ging nach Süden zum Dom. Ich sah den ganzen Tag hinaus: auf die Bauarbeiter, die das Kirchendach reparierten, die Autos, deren Besitzer im Dombüro irgendwie einen Schlüssel für den Parkplatz besorgt hatten, die Hunde, die auf den alten Kirchhof kackten, die Männer, die in der Nische am Pfeiler gegen die Wand des Doms urinierten und das Kirchenschiff, das im Dezember ganz leicht bebte und klang, während sie drinnen das Weihnachtsoratorium probten. Das werde ich vermissen.

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