Es ist nie ein Problem, gegen einen stärkeren Gegner zu verlieren. Aber es ist stets ein Problem, gegen einen gleichstarken Gegner zu verlieren. Immer dann, wenn ich in so einem Fall am Brett sitze und meine Verluststellung anstarre, habe ich den starken Impuls, mit Schach aufzuhören. Ich stelle mir vor, wie ich die Partie aufgebe, den Saal verlasse und mich nie wieder zu einem Turnier anmelde. Als Kind habe ich sogar geweint. Wahrscheinlich ist es diese Emotion, die mich überhaupt dazu bringen konnte, mich ernsthaft mit Schach zu beschäftigen.

Hier (Welz-Kalhorn, Oberliga Nordost 2017) sah ich, dass der Zwischenzug 19...Txf1+ verliert, weil Weiß nicht mit dem Springer wiedernehmen muss, sondern 20.Lxf1! spielen kann, wonach nach 20...Lxe5 21.Sxd5! sofort die Lichter ausgehen (21...Sxd5 funktioniert nicht, weil der Turm auf f8 die schwarze Dame nicht mehr deckt und nach 21...Dxd5 22.Lc4 steht die Dame in der Läuferdiagonalen). Ich sah es ... spielte es aber trotzdem. Unbegreiflich. Sofort 19...Lxe5 wäre völlig okay gewesen.

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