Zwei Gespräche

Ich kenne ihn vier Jahre. Ich weiß nicht, wie er heißt. Er sitzt wie jeden Tag auf einer Bank in der Stadt, grüßt und winkt mich heran.

– Hast du mal zwei Euro für Zigaretten?
– Geld schon wieder alle?
– Das Geld hat alles mein Betreuer. Ich krieg doch nur einmal die Woche Taschengeld.

Ich krame Geld aus dem Portemonnaie.

– Hey, du hast ja einen Bart.
– Die kümmern sich nicht um mich. Ich bin jetzt in L. im Haus der Hoffnung, das Heim von P. war dem Sozialamt zu teuer. Das ist ein Alkoholikerheim, weißt du, ich gehöre da nicht hin. Ich bin doch kein Alkoholiker.
– Aber setz dir eine Mütze auf bei dieser Hitze.
– Erstmal eine Mütze haben.

–––

Ich denke an U. zurück, den ich mal fragte, warum er dem Schnorrer etwas gebe, er kaufe doch nur Alkohol von dem Geld, oder Hundefutter, für den Hund sei wohl Geld da, er könne sich ja beim Amt melden, es müsse doch niemand hungern und frieren in diesem Land, die ganze Leier.

– Weil es Glück bringt. Ich gebe Bettlern immer etwas.

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